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„Das Zero-Loss-Prinzip bekommt einen anderen Maßstab.“

Experten:    Sebastian Diers, Vorstand, ROI-EFESO   |   Stephan Deussen - Test   |   30.11.2023   |   Teilen auf in

 

Am 27. und 28. November diskutierten Industrieentscheider beim European Manufacturing Summit (EMS) in Berlin, wie sie ihre Wertschöpfungsnetzwerke resilient und zukunftsfähig gestalten. Lösungswege wurden u.a. in einer von ROI-EFESO moderierten Gesprächsrunde mit Operations-Verantwortlichen aus marktführenden Unternehmen ausgetauscht. Hier erörterten die Teilnehmer:innen, womit sich der Reifegrad von Operational Excellence (OPEX) weiterentwickeln lässt, welche Rolle hierbei Digitalisierung spielt und inwiefern dies Chancen beim Aufbau einer „Future Factory“ eröffnet. 

 

Herr Diers, beim EMS wurden die „Top-Themen“ der Industrie gebündelt. Von der Werks- und Prozessgestaltung über das Innovationsmanagement und Nachhaltigkeit bis hin zu HR-Aspekten. Das zeigt, wie komplex und schwer kalkulierbar die Bandbreite ökonomischer Herausforderungen derzeit ist. Warum sollten Unternehmen in dieser Situation gerade OPEX als eines der Kernthemen zur Realisierung ihrer Strategien in den Fokus rücken?

SD: Zuerst einmal, um die Erfahrung und Schlagkraft der gesamten Organisation konsistent und zielgerichtet zu aktivieren, neue Technologien in Arbeitsprozesse zu integrieren und schnell auf Veränderungen des Marktumfelds reagieren zu können. OPEX ist per se auf Flexibilität und Anpassungsfähigkeit in den Geschäftsprozessen sowie auf die Verzahnung der Top-down- und Bottom-up-Perspektive ausgelegt.

Wer OPEX-Prinzipien im Unternehmen verankert, kann nicht nur über alle Funktionen, Führungsebenen und Kulturkreise hinweg vielschichtige Herausforderungen kurzfristig lösen. Sondern dabei auch priorisierte taktische und strategische Themen effizient bearbeiten. Zusätzlich zielen Programme zur kontinuierlichen Entwicklung des OPEX-Reifegrades nicht nur auf Struktur- und Prozessverbesserungen ab. Sie integrieren außerdem zukunftsfähige Technologien und berücksichtigen eine bedarfsgerechte Führungskräfteentwicklung. 
In Summe befähigt OPEX Unternehmen, ihre strategischen Ambitionen zu erreichen. Diesen Kern des unternehmerischen Handelns gezielt zu stärken, ist unerlässlich.

 

Gibt es einen OPEX-Ansatz, der Unternehmen auf zukünftige Herausforderungen ideal vorbereitet? 

SD: Es gibt keine „One fits all“-Lösung, dazu sind die Ausgangsbedingungen und Zielsetzungen in der Industrie zu unterschiedlich. Es gibt jedoch Elemente, die branchenübergreifend funktionieren:

  1. Unternehmen sollten z.B. unbedingt einen Prozess zur Operationalisierung und zum regelmäßigen Review ihrer Strategie aufsetzen – sowie ein Produktionssystem etablieren, das einer permanenten Weiterentwicklung unterworfen ist. Dies umfasst technologische, kommunikative und kulturelle Handlungsfelder, etwa hinsichtlich eines über alle Ebenen durchlässigen Shopfloor Managements. 

  2. Dabei spielt die Teamführung eine zentrale Rolle. Hier kann etwa im Vordergrund stehen, Schlüsselmomente zur Aktivierung und Einbindung der Mitarbeiter zu schaffen. Oder Change Management als Konstante in die Führungsrolle einzubetten. Bei all diesen Themen gilt es, Digitalisierung als Enabler zu verstehen: Digitale Use Cases können zur Leistungssteigerung in Prozessen führen, Analytics-Tools und Künstliche Intelligenz zur Prävention von Fehlern und Stillständen beitragen. Zudem lohnt es sich, digitales Lernen für eine bedarfsgerechte Befähigung der Mitarbeiter einzusetzen. 

 

Lassen Sie uns in die Zukunft blicken: Welchen Beitrag wird OPEX in einer Future Factory leisten?

SD: Hier ist die Ausgangssituation zu berücksichtigen: Bei einem „Brown Field“-Zugang zur Fabrik der Zukunft bildet ein gut verankertes, lebendes OPEX-System mit einem hohen Reifegrad die zentrale Grundlage für den Erfolg. Ein „Green Field“-Ansatz kann nur gelingen, wenn bereits in der Konzeption sowie im Ramp-up die OPEX-Arbeitsweise und die dazugehörigen Arbeitsprozesse eingebettet werden.

 

Inwiefern verändert sich die Arbeitsweise? Bitte nennen Sie uns ein Beispiel. 

SD: In der Future Factory wird es u.a. darum gehen, in Value-Netzwerken fabrikübergreifend zu agieren und deutlich flexibler auf Markanforderungen zu reagieren, als das heute der Fall ist. Das Zero-Loss-Prinzip bekommt einen ganz anderen Maßstab: innerhalb dieser Netzwerke müssen Echtzeitplananpassungen gemanagt werden. 

Zudem verändert der Einsatz neuer Technologien wie Künstlicher Intelligenz die Rollen und Verantwortlichkeiten deutlich. Für die Mitarbeiter bedeutet das u.a., dass sie diese Technologien und neues, modularisiertes Equipment effizient betreiben können müssen, um die Performance kontinuierlich zu steigern. 
 

Hier erfahren Sie mehr über die EFESO-Gruppe, den offiziellen Partner des European Manufacturing Summit.


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