Case Study
Zwei sitzende Frauen klatschen

Lean Digital Manager

Mit Lean 4.0 die Fabrik der Zukunft gestalten

Wie lassen sich Lean-Prinzipien mit den Technologien und Möglichkeiten der vernetzten Digitalisierung in Wertschöpfungsnetzwerken verbinden? Indem man Mitarbeiter zu Entscheidern weiterqualifiziert, die mit LEAN 4.0 erfolgreich schlanke und smarte Prozesse realisieren. Dabei sollten Unternehmen ihre oftmals über Jahre aufgebaute Erfahrung in der Lean-Transformation als Ausgangspunkt nutzen. Wie das funktioniert, vermittelt der ROI Zertifizierungslehrgang zum „Lean Digital Manager“. 

Herausforderung

Lean Management Strategien und die Vorteile einer schlanken Produktion mit Technologien der Industrie 4.0 gewinnbringend kombinieren.

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ROI Lösungsansatz

Das ROI Zertifizierungsprogramm zum „Lean Digital Manager“ zeigt, wie eine Digitalisierung der schlanken Produktion funktioniert. Im Fokus stehen sowohl passende Technologien für Lean Production als auch zeitgemäße Führungsmethoden.

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Lessons learned

Digitalisierung beschleunigt den Wandel vom analogen zum digitalen Shopfloor Management drastisch; Technologiekompetenz allein genügt nicht, um Teams zu Industrie 4.0-Erfolgen zu führen.

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Erfolgsmodell von ROI

Kombination von Anwendungsszenarien und Best Practices für Lean Production und Digitalisierung – vor allem in Praxissimulationen der ROI IoT Fab, mit denen Theoriewissen praktisch erfahrbar wird.

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Der Lehrgang setzt auf einem grundlegenden Prozess-/Wertstrom-Verständnis in der Fabrik auf. Er entwickelt die Methoden-, Führungs- und Digitalkompetenzen der Teilnehmer dahingehend weiter, dass diese die Vorteile von Lean Production und Industrie 4.0 im eigenen Arbeitsumfeld gewinnbringend kombinieren. Dazu vermittelt das Programm in fünf Seminartagen einen komprimierten Überblick zum Status und den Technologien der Industrie 4.0 – und zeigt, welche davon für eine schlanke Produktion von besonderem Nutzen sind. Alle Trainingsmodule setzen mit einem hohen Anteil praxisbezogener Use Cases auf Lernerfolge, die das erworbene Theoriewissen vertiefen. Zugleich erfahren die Teilnehmer, wie sich die Führungsrolle im digitalen Wandel verändert und welche Kompetenzen in der VUCA-Welt erfolgversprechend sind – sei es am Shopfloor, der Linie, bei Qualitätsthemen oder in der Logistik.

Digitale Lean Technologien erleben

Die Lean Kultur ist historisch gesehen eine analoge Kultur: Es wird viel mit Boards, gedruckten Visualisierungen, Lieferscheinen, Fertigungsaufträgen und Datenblättern gearbeitet. Auch aus diesem Grund haben viele Lean Verantwortliche Vorbehalte und Berührungsängste bei der Auseinandersetzung mit der Digitalisierung. Doch beim Lean Management und der Digitalisierung handelt es sich im Kern um zwei Transformationsformen, die sehr wohl aufeinander aufbauen können. Dies erfahren angehende Lean Digital Manager in der ROI IoT Fab an über 20 Technologiestationen eines fabrikähnlichen Umfeldes: Dort erleben sie an zwei Lehrgangstagen Synergiepotenziale von Lean und Industrie 4.0 im „Live-Betrieb“, etwa bei der Digitalisierung klassischer Lean Elemente wie dem Supermarkt oder dem Echtzeit-Monitoring und der Optimierung von Lean KPIs wie Takt, OEE und SMED.

Als Lernziel steht dabei im Mittelpunkt, aus dem neu gewonnenen Wissen konkrete Ideen und Lösungsansätze für die Anwendung im eigenen Unternehmen herzuleiten. Das gilt natürlich nicht nur für die zwei Tage in der ROI IoT Fab, sondern auch für die weiteren drei Trainingsmodule, die auf dem Lehrgangsprogramm stehen. Dabei handelt es sich um die …

  • … Grundlagen und Anwendungsfelder von Industrie 4.0 mit einem hohen Anteil an Praxisübungen und -beispielen;
  • … Digitalisierung der schlanken Produktion mit den Möglichkeiten der digitalen Vernetzung von Anlagen, Prozessen und Produkten;
  • … Rolle der Führungskraft im digitalen Wandel. 

Lean Digital Simulation mit in IoT Traktoren

Die zukünftigen Lean Digital Manager erfahren, welche Industrie 4.0-Technologien „state of the art“ sind und ob deren Einsatz tatsächlich sinnvoll bzw. realistisch ist. Dabei entwickeln sie einen Blick für die Schnittstellen zwischen Lean und Industrie 4.0 und konzentrieren sich darauf, das Beste aus beiden Welten zielführend zu kombinieren. Das ist besonders dann von Vorteil, wenn es darum geht, Komplexität beherrschbar zu machen. Denn während Lean Komplexität mit einfachen Tools und Methoden reduziert, lassen Technologien der Industrie 4.0 Komplexität zu 100 Prozent zu. Allerdings vereinfachen sie die Schnittstelle zum Anwender. Wie solche Schnittstellen aussehen können und was sich damit konkret in der Fabrik von Morgen erreichen lässt, probieren die Trainingsteilnehmer in einer „IoT Traktor-Simulation“ aus. Diese macht in drei Spielrunden die Entwicklung eines klassischen, Stückgut produzierenden Industrieunternehmens im Zeitraffer erlebbar: 

  • Runde 1, Lean Basic: In einer ausgetakteten, papierbehafteten Lean Montagelinie wird u. a. mittels One-Piece-Flow und Visual Management eine Traktorenvariante gefertigt.
  • Runde 2, Lean mit Varianten: Mehr als 10.000 Varianten erhöhen die Komplexität, sorgen für starke Taktzeitüberschreitungen und hohe Nacharbeitsraten. Die Performance der Fertigung sinkt drastisch, da die Mitarbeiter in der weiterhin papierbasierten Lean Production die Varianz nur mit einem hohen Arbeitsaufwand beherrschen können. Dies macht die Lean Elemente zunehmend ineffizient. 
  • Runde 3, Smarte Montagelinie: Bei unverändert hoher Variantenzahl arbeiten die Teilnehmer nun mit IoT/Industrie 4.0 Technologien. Sie bewältigen die Komplexität mittels vernetzter Technologien und IT-Systeme und erleben, wie dabei auch u. a. smarte Produkte, Echtzeit-Visualisierung und intelligentes Routing weiterhelfen können. 

 

Digitalisierung eines Wertstromes

In diesem Trainingsabschnitt identifizieren die Teilnehmer relevante Einflussgrößen für Lean 4.0 in der Produktion. Als „Use Case“ wird zum Beispiel der Wertstrom eines mit Kunststoff umspritzten Druckgussteiles betrachtet. Bei dessen Herstellung fallen in aktuellen Spritzgussmaschinen sehr viele Daten an (z. B. zu Drücken, Zeiten, Temperaturen …). Die angehenden Lean Digital Manager erfahren nun, dass die Einflüsse der vor- und nachgelagerten Prozesse auf die Produktqualität – wie Handling, Transport, Lagerung, Wärmebehandlung, Nacharbeit – ebenso wichtig, aber deutlich schwieriger digital zu erfassen und auszuwerten sind. Anstatt sich auf fragmentierte „Dateninseln“ zu konzentrieren, schärfen die Teilnehmer so ihren Blick für die Herausforderungen und Chancen eines komplett digitalisierten Wertstroms.

Digital Process Twin gestalten 

Dies steht insbesondere an den Arbeitsstationen einer „Digital Process Twin“ Simulation des Lehrgangs im Fokus. Die Teilnehmer verwandeln hier Werkstücke, Produkte oder Transportbehälter mit Sensoren in „Daten-Lieferanten“. Zudem erfahren sie, wie sie manuelle Prozessschritte digital erfassen – etwa, wenn Gussformen zwischen Brennöfen transportiert, Arbeitsmittel an einer Station bewegt oder manuelle Nacharbeiten durchgeführt werden. Über eine IoT-Plattform visualisieren sie die so gewonnenen Kennzahlen und leiten daraus schließlich Handlungsempfehlungen zur Verbesserung von Taktzeiten oder zur Behebung von Qualitätsproblemen ab. 

 

Lean Digital Manager als Dirigent der Wertschöpfung

Ein Lean Digital Manager sollte allerdings nicht nur über das Technologie-Know-how zur Kombination von Lean und Industrie 4.0 verfügen, sondern auch wissen, wie er als Führungskraft mit diesem Wissen seine Mitarbeiter zum Handeln befähigt. Denn ob und wie Technologien und Tools Werte schaffen, hängt letztendlich von den Kompetenzen und der Motivation der Mitarbeiter ab, tatsächlich damit zu arbeiten. Daher sollte man diese von Beginn an in den Transformationsprozess einbeziehen. Zudem sollten Manager ihren Mitarbeitern heute Orientierung in einer sich schnell und ständig wandelnden Welt geben, gut kommunizieren und – anstatt alles selbst zu entscheiden – Entscheidungsprozesse im Team moderieren können.

Im ROI Training entwickeln die Teilnehmer entsprechende Management-Skills weiter, wobei sie unterschiedliche Handlungsfelder betrachten. Beispiele sind: 

  • Wie verändert sich die Führungsrolle in einer VUCA-Welt? Welche neuen Führungskonzepte braucht es, welche bewährten Konzepte funktionieren nach wie vor im digital vernetzten Zeitalter? 
  • Wie lässt sich die Regel „Gehe vor Ort und schaue hin“ bei einem globalen Netzwerk von Standorten befolgen? Worin liegen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen „agilen“ und „schlanken“ Führungsmethoden?
  • Wie gehen Führungskräfte mit der steigenden Informationsverfügbarkeit sinnstiftend um, etwa im Shopfloor Management? Welche Kombination aus digitalen und analogen Medien bzw. Kommunikationsmitteln eignet sich zur Mitarbeiterführung?

Komplexität managen statt fürchten

In Summe liefert das ROI Lehrgangsprogramm zum Lean Digital Manager mit diesen und weiteren Schwerpunkten die passenden Lösungsansätze für die Herausforderungen eines zunehmend komplexeren Produktionsalltages. Es vereint den wesentlichen Lean Gedanken – die Reduktion von Verschwendung und Komplexität – mit praxisbezogenen Impulsen zur Weiterentwicklung von Lean mit Technologien der Industrie 4.0. Das befähigt Lean Digital Manager, eine Brücke zur „neuen Welt“ zu schlagen – und den Umgang mit steigender Komplexität nicht zu fürchten, sondern in die neue Rolle eines „Komplexitäts-Gestalters“ zu wachsen. 

Weitere Informationen zu den Seminarinhalten und den Terminen des ROI Zertifizierungsprogramms „Lean Digital Manager“ 2018 erhalten Sie im ROI Learning Campus.