Komplexitätsmanagement

Das Komplexitätsmanagement befasst sich mit der Gestaltung, effizienter Steuerung und wertorientierter Entwicklung der Variantenvielfalt von Produkten, Services, Prozessen und Ressourcen von Industrieunternehmen. Unternehmen, die Komplexität souverän und erfolgreich handhaben, zeichnen sich dabei dadurch aus, dass sie die systematische Planung und Gestaltung intelligenter Produktarchitekturen beherrschen, Variantenmanagement ganzheitlich und fachübergreifend steuern, Ansätze der Komplexitätsreduktion im Produktlebenszyklus anwenden und weiterentwickeln und schließlich dem Komplexitätsmanagement hohe Management-Attention widmen. Der Weg zu einem komplexitätsbewussten Unternehmen führt dabei über drei zentrale Stoßrichtungen:  

Intelligente Produktarchitekturen: Die systematische Betrachtung der Produktarchitektur hilft dabei, die Komplexität im gesamten Wertschöpfungsprozess zu beschränken, die aus anspruchsvollen Produktanforderungen, Individualisierung und schnellen Technologiezyklen resultiert. Wesentlicher Erfolgsfaktor dafür ist die richtige Definition der Architekturelemente und die Begrenzung der Freiheitsgrade durch Abstimmung der System-, Komponenten- und Applikationsentwicklung über Produkt-Roadmaps. 

Baukastengestaltung und Modularisierung: Die Notwendigkeit, kundenindividuelle Lösungen zu marktfähigen Preisen anzubieten, hat zur Folge, dass produzierende Unternehmen immer häufiger auf Baukästen und Plattformen setzen, um sowohl individuell konfigurierbare Endprodukte zu erzeugen als auch baureihenübergreifende Skaleneffekte zu nutzen. Gleichzeitig führt die Entwicklung von Baukästen zu neuen Herausforderungen in der Prozess- und Organisationsgestaltung und Strukturierung der Produktentwicklung. Eine klare Einschätzung der erforderliche Variantenvielfalt sowie der Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Modulen sind deshalb unabdingbar, um sinnvolle Baukastenelemente, Schnittstellen und Standards zu definieren und Skaleneffekte auf der Baugruppen- und Teileebene zu erschließen. 

Variantenmanagement und Standardisierung: In vielen Unternehmen ist die Variantenvielfalt in den letzten Jahren rasant angestiegen. Dadurch ergibt sich häufig ein breites, extrem komplexes Produktprogramm, das nicht flächendeckend rentabel ist. Der erste Schritt für ein erfolgreiches Variantenmanagement ist deshalb die Herstellung der Transparenz. Hier gilt es zu klären, welche Varianten als Exoten die Gesamtprofitabilität im Portfolio verringern, wie das optimale Produktportfolio aussieht, wie sich die Teilevielfalt in Fertigung und Montage reduzieren lässt und welche Profitabilitätsspielräume sich nach einer Bereinigung des Sortiments ergeben. Eine ganzheitliche Herangehensweise fokussiert sich dabei insbesondere auf die Identifikation von Variantentreibern und verdeckt quersubventionierten Varianten, die organisatorischen Aspekte sowie auf die Analyse der verursachungsgerecht angefallenen Kosten. Die Standardisierung umfasst standardisierte und individualisierte Komponenten und Baugruppen, die funktional und physisch voneinander unabhängig, aber integrierbar sind. Plattformkonzepte stellen einen Spezialfall der Modularisierung dar. Die vergleichsweise aufwendige Entwicklung von Plattformen erfordert es, Gleichteile über mehrere Produktreihen und Produktlebenszyklen hinweg zu nutzen.

ROI unterstützt Unternehmen in der produzierenden Industrie beim Komplexitätsmanagement in den Bereichen Produktarchitekturen, Baukastengestaltung und Variantenmanagement durch ein umfassendes Beratungsportfolio

  • systematische Produktplanung und intelligente Produktarchitekturen;
    • Optimierung der Produktplanung von den Marktanforderungen bis zum Product-Roadmapping,
    • Entwicklung von System- und Produktstrategien bis hin zu technischen Umsetzungsvorgaben,
    • Vernetzung von Produkten und Prozessen durch Industrie 4.0/IoT Technologien,
    • Produktportfoliobereinigung und End-of-Life-Produktstrategien,
    • Integration des Release-Managements von Applikationen und Software,
  • Baukastengestaltung und Modularisierung;
    • Entwicklung eines Baukasten- bzw. Plattformkonzepts durch Definition physischer Module, Bauteilvarianz und Schnittstellen und Verankerung in den Geschäftsabläufen,
    • Identifikation kritischer Bauteile und Prozessschritte entlang der Wertschöpfungskette,
    • Analyse der Produktvielfalt und wirtschaftliche Potenzialbewertung von Baukästen,
    • Dimensionierung von Gleichteilen und Carry-Over-Parts,
  • Variantenmanagement;
    • Identifikation der Variantentreiber und Komplexitätsquellen,
    • Strategische Variantenplanung und Gestaltung von Variantenbereinigungsprogrammen,
    • variantengerechtes Entwicklungsmanagement,
    • Variantenkalkulation und -controlling,
    • Implementierung von Produktkonfiguratoren und Standardisierung von System-Schnittstellen.

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Frau an einer computergesteuerten Medikamentenausgabe
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Ein Pharmakonzern verlor aufgrund seines starken dezentralen Wachstums Strukturen und Prozessstandards aus dem Fokus. Mit Unterstützung von ROI sollte entstand in kürzester Zeit ein konkreter Handlungsplan für den Neustart des globalen Produktlebenszyklusmanagements entstehen.

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Mit einem „Digital Process Twin“ von ROI senkte das Unternehmen die Ausschussrate und machte Verbesserungspotenziale in seinen Wertschöpfungsnetzwerken sichtbar.

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Bild einer Industrienaemaschine
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Bild einer Industrieanlage
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OPEX – ROI Model

Ein Stahlkonzern realisierte mit ROI an fast 200 Standorten eine OPEX-Strategie. Das Ziel: Energien für Veränderungen nicht einfach frei-, sondern fokussiert und ergebnisorientiert einsetzen. Damit operative Prozesse nicht nur besser, sondern exzellent werden.