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Supply Chain Controlling

Logistikkosten senken mit transparenten Wertschöpfungsnetzwerken

Globale Reichweiten, unterschiedlichste Partner, unzählige physische und digitale Schnittstellen, mehrere Zoll- und Steuersysteme bei grenzübergreifenden Verkehren – ein erfolgreiches Management der Lieferkette gehört zu den komplexesten Herausforderungen im Unternehmen.

Logistik-Entscheider können über ein konsequent kennzahlenbasiertes Management eine Kosten- und Prozesstransparenz ihrer Wertschöpfungsnetzwerke sicherstellen. Ein guter Orientierungspunkt dazu ist der Logistikkostenanteil. Wer diese Kennzahl zum Controlling und zur Steuerung der Lieferketten einsetzt, sollte die einzelnen Kostenkomponenten exakt erfassen und einheitlich abgrenzen.

Kostenpositionen der Logistik definieren

Die Logistikkosten umfassen zunächst alle klassischen Aufwände für Transport, Umschlag und Lagerung. Darunter müssen aber auch Beträge für Planung und Steuerung in der Supply Chain oder Fehlmengenkosten subsumiert werden, um Prozesskosten vollständig ermitteln zu können. Zudem ist eine unternehmenseinheitliche Bestimmung kalkulatorischer Kosten für Kapitalbindung in Lagern und für Logistikinfrastruktur notwendig.

Während bei der Erfassung der Kosten für Ein- und Ausgangsfrachten sowie Lagerung und für interne oder externe Logistikmitarbeiter kaum Probleme bestehen, ist es in der Regel deutlich schwieriger, die Aufwände für Planungs- und Steuerungsfunktionen oder Fehlmengen zu erfassen. Ebenso sind versteckte, direkte Logistikkosten in den Zuliefermaterialien (Lieferung frei Haus) nicht unmittelbar transparent. Sie lassen sich beispielsweise durch eine Umstellung auf Lieferung ab Werk offenlegen.

Höhe des Logistikkostenanteils ermitteln

Die Höhe des Logistikkostenanteils ist generell abhängig vom

  • Produkt
  • der Wertschöpfungstiefe
  • den Faktorintensitäten
  • der Produktions- und Logistikstrategie

Bei hochwertigen Produkten mit stabilen Beschaffungs- und Produktionsprozessen wird der Logistikkostenanteil niedriger ausfallen als bei geringwertigen Gütern, die aufwendig an viele Verkaufsstellen verteilt werden müssen. Darüber hinaus sind die Gegebenheiten auf dem Absatz- und Beschaffungsmarkt zu berücksichtigen. In der Praxis bewegt sich der Logistikkostenanteil deshalb in einer Bandbreite von unter 5 Prozent bis hin zu etwa 30 Prozent.

Logistikkostenanteil verbessern

Die Kennzahl lässt sich über unterschiedliche Ansatzpunkte optimieren, etwa über Lean Management-Ansätze, strukturelle Verbesserungen in der Supply Chain sowie die zielgerichtete Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien. Dazu zählen u.a.:

  • Vormaterialien mit einem JiT/JiS-Konzept und intensiver Lieferantenintegration beschaffen, um die Bestands- und Lagerkosten zu senken;
  • Netzwerkstruktur durch eine Konsolidierung von Lieferanten oder Logistikzentren verbessern;
  • Prozesse und Organisation zur Planung und Steuerung der Supply Chain überarbeiten;
  • Bestände durch Information ersetzen;
  • Logistikleistungen outsourcen und so Synergien und Spezialisierungsvorteile nutzen.

Die Basis dieser Maßnahmen ist eine umfassende Transparenz: Nach einer individuellen Analyse der Logistikkosten, etwa mit Unterstützung erfahrener Logistik-Berater, lassen sich die entscheidenden Stellhebel identifizieren und positiv beeinflussen.

Supply Chain Monitoring etablieren

Hierzu ist ein kontinuierliches Monitoring über alle beteiligten Partner hinweg empfehlenswert. Ein solches Monitoring gewährleistet den sicheren Ablauf aller Beschaffungs-, Produktions- und Distributionsprozesse. Wesentlicher Enabler auf dem Weg zur Transparenz der Wertschöpfungsströme sind zudem Technologien des IoT (Internet of Things).

Ein Supply Chain Monitoring orientiert sich im besten Fall an

  • einem abgestimmten Zielsystem (Lieferservice, Kosten und Assets);
  • einem durchgängigen Kennzahlensystem zur Messung der Prozessperformance;
  • einer angepassten IT-Infrastruktur.

Dank dieser Vorgehensweise erkennen Supply Chain Manager potenzielle Störungen und Brüche entlang der Lieferkette frühzeitig, was eine hohe Effizienz der Prozesse in SCM und Logistik sicherstellt.

Weitere zentrale Kennzahlen für das Supply Chain Controlling sind: 

Kennzahl Servicelevel: Zuverlässig liefern

Das Servicelevel – oder auch Lieferzuverlässigkeit – ist eine der wichtigsten Kennzahlen der Logistik, die auch maßgeblich in die Lieferantenbewertung eingeht. Sie misst das Einhalten der vom Kunden geforderten oder mit ihm vereinbarten Anforderungen an die Lieferung hinsichtlich Termin und Menge.

Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen können helfen, das Servicelevel zu erhöhen:

  • Gezielte Analyse des Liefersortiments und darauf aufbauende Gestaltung der Lagerhaltungs- und Dispositionsstrategie der einzelnen Artikel
  • Optimierung der vorgelagerten Prozesse und Überprüfung der Lage des Auftragsentkopplungspunktes
  • Kontrolle der Planungs- und Dispositionsprozesse und -parameter sowie Abstimmung der Messpunkte in der gesamten Lieferkette
  • Unterstützung der Leistungserbringung durch technische Hilfsmittel wie licht-, sprach- oder augmented reality-basierte Kommissionierung sowie gewichtsmäßige, optische oder elektronische (z.B. RFID-basierte) Prüfung der zu versendenden Waren.

Weitere Informationen im Fachbeitrag „Zuverlässig liefern“

Kennzahl Flussfaktor: Verschwendung vermeiden

Der Flussfaktor misst das Verhältnis der gesamten Durchlaufzeit zur Summe der Bearbeitungszeiten in einem Produktionssystem. Ein niedriger Flussfaktor ist ein Indiz für geringe Liegezeiten und einen hohen Anteil an verschwendungsarmen Prozessen und einem hohen Grad an Flexibilität.

Dagegen deutet ein hoher Flussfaktor auf lange Liegezeiten in Lagern oder vor den Anlagen hin. Der Flussfaktor kann somit auch als Treiberkennzahl für Arbeitsvorräte dienen. Einen ersten Hinweis auf den Flussfaktor liefert die Wertstromanalyse.

Weitere Informationen im Fachbeitrag „Verschwendung vermeiden“

Kennzahl Bestände: Reichweite transparent machen

Bestände sind einer der wichtigsten Stellhebel der Logistik. Sie markieren, wie gut die Koordination der eingehenden, wertschöpfenden und ausgehenden Materialflüsse funktioniert. Vielfältige Maßnahmen in den drei Segmenten können die Reichweite positiv beeinflussen:

  • Im Inboundbereich kann eine geschickte Lieferantenintegration – etwa durch Just-in-Time (JIT)/Just-in-Sequence (JIS), Vendor Managed Inventory (VMI) oder einen intelligenten Einsatz von Logistik-Servicecentern – die Reichweite senken.
  • Eine modulare Produktgestaltung und die Verwendung von Gleichteilen oder einheitlichen Modulen sowie Lean- Initiativen schaffen die Voraussetzungen für Durchlaufzeitreduzierungen und damit eine Senkung der WIP-Reichweite.
  • Gleichzeitig können kürzere Durchlaufzeiten und flexible Produktionssysteme Reichweiten im Outboundbereich senken und rasche, direkte Reaktionen auf Nachfrageänderungen ermöglichen. Eine engere Zusammenarbeit mit Kunden kann ferner die Planung erleichtern, Materialflüsse synchronisieren und die Reichweite senken.

Weitere Informationen im Fachbeitrag „Reichweite macht Bestände transparent“

Mit Beratung Erfolge erzielen

Die ROI Unternehmensberatung greift auf eine stringente Kennzahlensystematik und auf Best-Practices in der IT- Umsetzung zurück. Dabei kommt es darauf an, die richtigen Steuergrößen zu wählen, nicht möglichst viele. Darüber hinaus verfügen wir über eine umfassende und branchenübergreifende Benchmark-Datenbank, die als Grundlage für die Neu-Formulierung eines Zielsystems dient. 

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