Case Study
Eine Fabrikhalle in der der ein Roboter die Arbeit verrichtet

Projekt „Fabrik der Zukunft“

Vom Reißbrett zur Schlüsselübergabe

 

Der Sonderanlagenbau ist ein volatiles Projektgeschäft bei niedrigsten Losgrößen, individuellen Kundenwünschen und hoher Komplexität. Gegensätzliche unternehmerische Ziele der Beteiligten, fragmentierte Lieferketten oder die Variabilität in den Kosten erschweren die Planbarkeit für Unternehmen. Sie agieren in einem eng gesteckten Rahmen, der wirtschaftlich kaum Spielräume zulässt und stark schwankende Auftragseingängen unterliegt. ROI entwickelte für einen Hersteller von Sonderanlagen eine „Fabrik der Zukunft“ nach Maß, um in diesem Marktumfeld die Qualität der Produkte zu erhöhen, Kosten zu senken und Projekte planbar zu gestalten. 

Herausforderung

Im komplexen Markt des Sonderanlagenbaus entwickelte ROI für ein Fertigungsunternehmen eine Fabrik der Zukunft nach Maß, um die Qualität der Produkte zu erhöhen, Kosten zu senken und Projekte planbar zu gestalten.

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ROI Lösungsansatz

Für eine funktionierende Fabrik der Zukunft ist der Blick auf’s Ganze wichtig. ROI bringt die zentralen Elemente in eine Roadmap, formuliert ein klares Zielbild und unterstützt die Umsetzung mit fundierter fachlicher Industrie-Expertise.

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Lessons learned

Die Fabrik von Morgen entsteht aus drei Dimensionen: der Gestaltung der physischen Elemente, der Gestaltung des Informationsflusses und dem Management dieser beiden Aufgaben.

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Erfolgsmodell von ROI

ROI begleitet das gesamte Bauvorhaben, von der Reißbrettskizze über das Fundament bis hin zur laufenden Fabrik – inklusive der Suche und Bewertung der idealen Partner für Technologien & Anlagen.

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Dabei zeigte sich erneut: aller Anfang ist schwer. Denn das Unternehmen verstand zwar, was eine Fabrik der Zukunft generell leisten kann, hatte aber nur ein „nebulöses“ Zielbild zur Planung und Umsetzung. Sollten die bereits gesammelten Kunden- und Produktdaten der Ausgangspunkt sein? Oder müsste man die digitale Abbildung von Arbeitsprozessen in der Linie priorisieren? Und ach ja, wie wichtig ist eigentlich eine noch schnellere Kommunikation mit allen in der Wertschöpfungskette beteiligten Partner? An dieser Stelle kam ROI ins Spiel. 

Fabrikbau nach Maß

Im ersten Schritt konzentrierte sich das Projektteam auf eine Bestandsaufnahme: Welche Produkte, Komponenten und Elemente gibt es? Wie sind diese in Hinblick auf ihre zukünftige Bedeutung für das Geschäft zu priorisieren? Zudem sorgte ROI für Orientierungspunkte, indem die Berater eine mustergültige und ausgesprochen konkurrenzfähige Benchmark-Fabrik der Zukunft vorstellten. Diese enthielt alle wesentlichen „Bausteine“, die nach ROI Expertise eine effektive und effiziente Produktion kennzeichnen. Aus diesen Bausteinen wählte das Projektteam nun drei aus, die das Fundament der individuellen Fabrik der Zukunft des Unternehmens darstellen sollten: Maschinenpark & Produktionslayout, Informationsfluss und Operations Management. 

Maschinenpark & Produktionslayout

Hier plante das Projektteam nicht nur die zukünftige Gestaltung des Maschinenparks, sondern auch die Verknüpfung und das physische Layout der Fertigung in den kommenden Jahren. Eine besondere Rolle spielten die Zukunftsträchtigkeit der eingesetzten Fertigungstechnologien und die Ermittlung der optimalen Mechanisierungs- und Automatisierungsgrade für die Verkettung und Beschickung. 

Informationsfluss

Bei diesem „Baustein“ ging es um die Erzeugung, Erfassung, Speicherung und Verarbeitung der Informationen. Dabei klärten sich wichtige Fragen, etwa welche Systeme das Unternehmen in Zukunft nutzen und welche Informationen es überhaupt erfassen und verarbeiten möchte. Und, last but not least, die ganz entscheidende Frage, wie man die gewonnenen Informationen gewinnbringend einsetzen kann. 

Operations Management

Das dritte Element des Fundaments beschäftigte sich mit der Frage, wie das optimale Produktionssystem der Zukunft aussieht. Dies beinhaltet sowohl klassische Lean-Bausteine, alle relevanten Stoßrichtungen der Digitalisierung aber auch den Themenblock Governance, Führung und Shopfloor-Management.

Mit diesen drei Schritten entwickelte sich die anfangs wolkige Idee der Fabrik der Zukunft zu einem greifbaren Fundament bzw. Ausgangspunkt für die Umsetzung weiter. So reduzierte ROI die Komplexität des Gesamtprojektes und beschleunigte dessen Umsetzung mit einer Fokussierung auf die wirklich relevanten Handlungsfelder. Im Unterschied zu anderen vergleichbaren Projekten beschreibt ROI allerdings nicht nur die einzelnen Handlungsfelder, sondern verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: wir bringen das Zusammenspiel der Elemente in eine Roadmap, formulieren ein klares Zielbild und unterstützen die Umsetzung mit fundierter fachlicher Industrie-Expertise. 

Losgröße 1 als Regel

Eine zentrale Herausforderung für die Umsetzung der Fabrik von Morgen bestand nun darin, dass in der Fertigung des Unternehmens Losgröße 1 die Regel und nicht die Ausnahme darstellt. Dies ist sowohl technologisch als auch organisatorisch sehr anspruchsvoll, aber zugleich natürlich ein Unterscheidungsmerkmal und damit auch wichtiger Wettbewerbsvorteil. Beim Check des „Status Quo“ im Rahmen der genannten drei „Bausteine“ zeigte sich, dass die Variantenvielfalt und damit die Anzahl an Fertigprodukten in den letzten Jahren gewaltig zugenommen hatte. Der bestehende Maschinenpark aber war ausgelegt auf geringere Varianten, also auf größere Serien. Für die Fabrik der Zukunft muss dies aber genau umgekehrt funktionieren: notwendig sind sehr flexible Maschinen, um mit möglichst geringen Umrüstzeiten die unterschiedlichsten Produkte herzustellen.

Cloud reduziert Schnittstellen

Jede Schnittstelle trägt grundsätzlich dazu bei, Informationen zu verändern, die Durchlaufzeit zu verlängern und den Bearbeitungsaufwand zu erhöhen; all dies treibt die Kosten in die Höhe. Im beschriebenen Fall minimiert das Unternehmen Schnittstellen durch den Einsatz von Cloud-Technologien, die eine schnittstellenfrei Verschmelzung der digitalen und der physischen Welt ermöglichen. 

Make. Buy. Oder Make and Buy

Zudem legte das Projektteam fest, was in der Fabrik der Zukunft selbst gefertigt und was über Lieferanten zugekauft werden kann. Die Leitfragen lauteten: Welche Kernkompetenzen will man zukünftig besetzen? Wovon lässt man lieber die Finger und was wird situativ entschieden? Daraus ergaben sich dann weitere wichtige, klärungsbedürftige Fragestellungen. Bei den selbst hergestellten Produkten zum Beispiel zum optimalen technologischen Konzept, zum Anlagenkonzept, Automatisierungsgrad und den Optionen, die Anlagen miteinander zu verketten. 

An dieser Stelle konnte ROI den Prozess erheblich beschleunigen: die Berater informierten ganz genau darüber, welche Hersteller am Markt mit welchen Produkten und Lösungen überhaupt in Frage kommen. Zudem stellten sie entsprechende Anfragen an die Hersteller, prüften und bewerteten deren Lösungen und unterbreitetem dem Unternehmen schließlich genaue Vorschläge. In Summe konnte das Unternehmen so in kurzer Zeit von einer vagen Idee hin zu einer konkreten, realistischen Planung der Fabrik der Zukunft gelangen – und gemeinsam mit ROI einen umfassenden Transformationsprozess starten.