Per Cost-out präzise auf Linie gebracht
Ein Maschinenbaukonzern führt seine Tochtergesellschaft mit EFESO zurück auf Erfolgskurs
Ein traditionsreicher Hersteller von Antriebs- und Lineartechnik muss sich neu erfinden. Durch Preisverfall im Markt, erodierende Nachfrage und fehlgeschlagene Turnarounds ist das EBIT zum zweiten Mal in Folge negativ. Die Muttergesellschaft, ein internationaler Maschinenbaukonzern, setzt auf einen grundlegenden Neuansatz. Gemeinsam mit dem Management analysiert EFESO die Wechselwirkungen zwischen Portfolioaufbau und Fixkostenstruktur. Das Ergebnis ist ein tragfähiger Business Case mit einem wettbewerbsfähigen Portfolio und einer schlanken Kostenstruktur, der sofort im Anschluss vom selben Team realisiert wird.
Herausforderung
Ein traditionsreicher Hersteller von Antriebs- und Lineartechnik gerät durch strukturellen Marktwandel unter Druck. Überkapazitäten drücken die Preise, die Nachfrage bricht weg, trotz Gegenmaßnahmen bleibt das EBIT negativ.
MEHREFESO Lösungsansatz
Portfolio und Kostenstruktur lassen sich nicht getrennt denken. Auf Szenarien basierend entwickelt EFESO einen Ansatz, der Produktportfolio, Fixkostenblöcke und indirekte Aufwände integriert.
MEHRLessons Learned
Restrukturierungen funktionieren, wenn Wunschdenken ausgeblendet wird und nur die Fakten sprechen – und die besten Ergebnisse entstehen, wenn Konzeption und Umsetzung in einer Hand liegen.
MEHREFESO Erfolgsmodell
Am Ende der Analysephase stehen ein bereinigtes Portfolio, ein belastbarer Business Case und ein konkretes Maßnahmenpaket für den Weg in die Profitabilität. Die Umsetzung läuft bereits parallel an.
MEHRGesund werden, um wieder zu wachsen
Die Tochtergesellschaft eines weltweit führenden Herstellers von Industriemaschinen steckte in der Krise. Das Unternehmen entwickelt und fertigt Komplettsysteme der Lineartechnik, die Motoren, Führungselemente und Mechanik umfassen. Die Systeme werden nicht nur zur Werkzeugpositionierung oder als Vorschubsysteme von Werkzeugmaschinenherstellern genutzt. Weitere Kunden aus der Verpackungsindustrie oder im Anwendungsfeld „hochpräzise Positionierung“ in der High-Tech-Industrie sorgen für ein variantenreiches Produktportfolio.
Technologisch war das Unternehmen gut aufgestellt, doch wirtschaftlich geriet es zunehmend in die Enge. Der Grund lag im strukturellen Wandel seiner Kernmärkte. Wettbewerber aus Asien drückten die Weltmarktpreise, gleichzeitig brach die Nachfrage auf dem europäischen Binnenmarkt weg. Das Geschäft erodierte auf der Angebots- wie auf der Nachfrageseite. Der Maschinenpark war kaum noch ausgelastet, und das verbleibende Nischengeschäft konnte die Fixkostenbasis nicht mehr decken.
Als wichtiger Arbeitgeber prägt das Unternehmen seit Jahrzehnten die Region. Das Management senkte Kosten, nahm Portfolioanpassungen vor und investierte in Prozessautomatisierung und neue Geschäftsfelder. Doch das EBIT blieb negativ. Die Zeitrahmen und die Optionen für einen erfolgreichen Turnaround wurden knapper.
Um den Standort, die Belegschaft und das Knowhow nachhaltig zu sichern, entschloss sich die Konzernleitung, grundlegend neu anzusetzen und die Tochtergesellschaft auf ein profitables Fundament zu stellen. Verbleibende Hoffnungen auf Marktverbesserungen und regulatorische Rückendeckung wurden dabei bewusst ausgeklammert. Aufgrund der ausgewiesenen Kompetenz in vergleichbaren Restrukturierungs- und Umsetzungsprojekten holte das Management zur Unterstützung EFESO an Bord.
Ein iterativer Ansatz verbindet das Produktportfolio und die Kostenstruktur.
In zwei Phasen zum Erfolg
Das Projekt wurde auf zwei Phasen angelegt. Zunächst sollte das Portfolio gestaltet werden, um das Unternehmen in die Profitabilität zu führen. Die zweite Phase mit der operativen Umsetzung sollte unmittelbar daran anschließen. Das EFESO-Team für Phase I bestand aus einem erfahrenen Projektleiter, einem Analysten, der das quantitative Fundament erarbeitete, und einem Experten für Operations, der parallel die Umsetzungsphase vorbereitete und diese später leiten würde. Kundenseitig war zunächst nur die Leitungsebene mit dem nötigen Produktwissen in das Kernteam eingebunden.
Portfolio und Fixkosten zusammendenken
Methodisch folgte das Projekt einem iterativen Ansatz, der Produktportfolio und Kostenstruktur konsequent zusammenführte. Ausgangspunkt war die Analyse aller Produkte nach Umsatz und Bruttomarge. Anschließend ermittelte das Team, welche Produkte den Aufwand in den indirekten Bereichen wie Planung, Logistik und Arbeitsvorbereitung überproportional in die Höhe trieben. Entscheidend war hier, die Produkte zu identifizieren, bei denen die abgebauten Fixkosten den verlorenen Deckungsbeitrag deutlich übertrafen.
Für jeden Portfoliobaustein spielte das Team diesen Effekt durch. Flussanalysen, die alle Materialbewegungen abzubilden versuchten, erwiesen sich für diese Aufgabe als zu komplex und kleinteilig. Stattdessen arbeitete das Team mit Szenarien, die es gemeinsam mit dem Management entwickelte und anschließend bewertete. Mit diesen Ergebnissen bereinigte das Projektteam das Portfolio um verlustbringende Produkte und margenschwache Volumina, die außer Fixkostendeckung keinen Mehrwert lieferten, und entwickelte das abgestimmte Maßnahmenpaket für den Fixkostenabbau.
EFESO steht ein für ermittelte Potenziale
Parallel zur Portfolioanalyse schätzte das Team ab, welche Effizienzverbesserungen mit dem bereinigten Portfolio und dem neu kalibrierten Durchsatz erreichbar waren. In diesem Fall blieb das EFESO-Team auch für die direkt anschließende Umsetzungsphase im Unternehmen. Dass das Management für die Umsetzung auf dasselbe Team bauen konnte, das auch den Business Case entwickelt hatte, war ein Faktor, der in dieser herausfordernden Situation zusätzliche Sicherheit gab und Vertrauen stiftete.
Fokus auf Fakten, Ursachen und Commitment
Das Projekt lieferte u.a. die folgenden Erfahrungswerte, die auch über diesen spezifischen Fall hinaus für Restrukturierungsfälle relevant sind:
Setze auf Fakten, nicht auf Hoffnung!
Restrukturierungen scheitern häufig an Wunschdenken und falschen Annahmen, etwa an unbelegten Wachstumsprognosen und unrealistischen Erwartungen. Wer ein Unternehmen nachhaltig stabilisieren will, braucht den Mut, nur mit den Fakten und den tatsächlich verfügbaren Ressourcen zu arbeiten, und dabei alles andere konsequent auszublenden.
Erfasse Portfolio und Kostenstruktur stets zusammen!
Wer Kosten senkt, ohne das Portfolio anzupassen, bekämpft nur die Symptome und nicht die Ursache. Wer das Portfolio bereinigt, ohne die Fixkostenstruktur mitzudenken, riskiert Umsatz, aber schafft keinen Gegenwert. Der eigentliche Hebel für die Restrukturierung liegt im Verständnis, welche Produkte welche Kosten treiben, insbesondere in den indirekten Bereichen.
Halte Konzeption und Umsetzung in einer Hand!
Bei einer erfolgreichen Restrukturierung gehen Konzeption und Umsetzung Hand in Hand. Business Cases, die niemand umsetzt, und Potenziale, die niemand einsteht, sind wertlos. Wenn das Team, das den Restrukturierungsfall erarbeitet, auch die Umsetzung verantwortet, entsteht für beide Seiten eine hohe Qualität von Verbindlichkeit und Commitment zu den gemeinsamen Zielen.
Die nahtlose Umsetzung bringt das Unternehmen wieder auf Wachstumskurs.
Operatives Fundament für neues Business
Mit dem Projekt etablierte das Unternehmen eine tragfähige Ausgangsbasis für den Neuanfang und definierte den konkreten Weg aus der Verlustzone. Am Ende der Gestaltungsphase stand das bereinigte Produktportfolio mit einem belastbaren Business Case, ein konkretes Maßnahmenpaket und der nahtlose Übergang in die Umsetzungsphase.
Das konsolidierte Produktportfolio baut auf den Stärken des Herstellers auf und ist konsequent auf die tatsächlichen Marktpotenziale ausgerichtet. Der geschäftliche Fokus liegt heute auf technologisch anspruchsvollen Spezialblechen für ausgewählte Märkte. Hier hat das Unternehmen auch gegenüber der internationalen Konkurrenz echte Wettbewerbsvorteile. Untermauert ist das Portfolio durch einen realistischen Business Case mit klaren Zielgrößen. Zum Abbau der Fixkosten lieferte das Projektteam ein klar definiertes Maßnahmenpaket. Unter anderem enthielt es die konkreten Vorgaben, welche Anlagengruppen entlastet, welche Schichten am größten Engpass reduziert und welche indirekten Bereiche schlanker aufgestellt werden sollen.
Die Bedeutung des Projekts ging deutlich über den wirtschaftlichen Aspekt hinaus, insbesondere auch für die Konzernmutter. Mit dem eingeschlagenen Weg und den angestoßenen Investitionen in die Zukunftsfähigkeit des traditionsreichen Standortes zeigte die Konzernmutter unmissverständlich, dass sie auch in schwierigen Marktphasen und Umbrüchen Verantwortung übernimmt. Wie geplant leitete EFESO auch das zweite Teilprojekt, die anschließende Umsetzungsphase. Das Team von EFESO stand gegenüber dem Management für die Zielerreichung ein und realisierte den entwickelten Business Case und die anvisierten Potenziale.