Wer die Komplexität beherrscht, gewinnt
Ein Hersteller von Spezialmaschinen und -systemen bereinigt sein Produktportfolio und steigert Leistungsfähigkeit und Marge
Ein weltweit tätiges Anlagenbauunternehmen steht unter Zugzwang: Der internationale Wettbewerb setzt auf Kampfpreise, während die Komplexität des Portfolios rasant steigt und die Margen drückt. Mit einem auf das Unternehmen abgestimmten, integrierten Lösungsansatz macht das Projektteam unter Leitung von EFESO die Treiber der Komplexität transparent. Zudem zeigt es die Kosten auf und schlägt konkrete „Hebel“ für ein profitables Wachstum vor, etwa eine Variantenreduktion oder ein Re-Design. Ergebnisse sind ein wettbewerbsfähiges Portfolio, eine schlankere Auftragsabwicklung sowie eine dauerhaft gestärkte Performance.
Herausforderung
Ein führender Spezialmaschinenhersteller setzt statt auf das Systemgeschäft. Doch das wachsende Produktportfolio treibt die interne Komplexität in die Höhe und drückt auf die Margen. Es ist Zeit für einen strukturierten Neuansatz.
MEHREFESO Lösungsansatz
Mit einem passgenauen Ansatz, der die technische und ökonomische Perspektive zusammenführt, durchdringt das Projektteam Portfolio und Produktarchitektur. Finanzielle Simulationen zeigen sofort die Wirkung der möglichen Maßnahmen.
MEHRLessons Learned
Der Versuch, zuerst alle Daten eines komplexen Produktportfolios zu erfassen, kann ein Projekt unnötig ausbremsen. Die pragmatische Herangehensweise lieferte schnell belastbare Ergebnisse, ohne die Qualität zu beeinträchtigen.
MEHREFESO Erfolgsmodell
Innerhalb von nur drei Monaten bereinigte der Hersteller sein Portfolio und erzielte signifikante Zuwächse in der Marge. Zudem steuert er nun Komplexität auch in anderen Feldern systematisch.
MEHRVariantenvielfalt wird zur Belastung
Der Systemhersteller mit Schwerpunkt auf der Lebensmittel- und Pharmaindustrie sah sich mit einem steigenden Wettbewerbsdruck konfrontiert. Das Unternehmen fertigt u.a. Spezialmaschinen, die es sowohl als einzelne Maschinen als auch als komplette Systemlösungen vertreibt. Wenn Firmen der Prozess- und Lebensmittelindustrie Stoffe trennen oder aufbereiten, kommen diese Sondermaschinen bzw. -anlagen zum Einsatz. Dabei handelt es sich um hochgradig kundenspezifische Produktlösungen mit Stückzahlen von ca. 250–300 Maschinen pro Jahr und Produktfamilie. Wesentliche Produktmerkmale sind eine sehr lange Lebensdauer über Jahrzehnte sowie eine hohe technische Komplexität in den Dimensionen Mechanik, Software und Systemintegration.
Immer mehr Anbieter drängten in diesen Markt und boten standardisierte Maschinen zu immer niedrigeren Preisen an. Der Hersteller trat jedoch nicht in den Preiskampf ein, sondern legte den strategischen Fokus auf das Systemgeschäft. Statt einzelner Maschinen verkaufte das Unternehmen nun größere Anlagenlösungen, die komplette Prozessketten vollständig abdeckten.
Das Sonderanlagengeschäft war jedoch planungsintensiv, das wachsende Portfolio wurde zunehmend schwer steuerbar. Jede kundenspezifische Konfiguration kostete hunderte Stunden für Engineering, Planung und Produktion. Mit der Komplexität stieg auch der organisatorische Aufwand immer weiter, und so geriet die Marge trotz starker Auftragslage unter Druck. Frühere Kostensenkungsprogramme hatten hier bereits auf der technischen Seite angesetzt, doch sie waren stets gescheitert.
Um das Problem zu lösen, benötigte das Management einen Partner, der das Portfolio nicht nur technisch durchdringen, sondern auch wirtschaftlich optimieren konnte. Erklärtes Ziel war, die Gewinnmarge um mindestens 10 Prozent zu steigern. Aufgrund der methodischen Kompetenz im Bereich Komplexitätsmanagement und der Fähigkeit, Portfoliobereinigung und Wirtschaftlichkeit direkt zusammenzuführen, fiel die Wahl auf EFESO. Denn die Consultants deckten mit ihrem Branchen-Knowhow mehrere Kompetenzfelder ab, etwa zu den Aspekten Produktkomplexität, Design-to-Cost und Cost-Value-Engineering.
Die Zielmarke: eine Steigerung der Gewinnmarge um mindestens 10 Prozent.
Komplexität systematisch durchdringen
Das Projekt startete mit einem schlanken, speziell zusammengestelltem Team. Seitens EFESO übernahm ein einschlägig erfahrener Senior Consultant die Projektleitung, punktuell unterstützt von weiteren Kollegen. Kundenseitig stießen ein Entwickler mit tiefem Produktwissen, der bereits Generationenwechsel von Maschinen begleitet hatte, ein Vertreter aus dem Produktmanagement sowie Experten aus der Arbeitsvorbereitung dazu. Der Leiter der Business Unit und der Entwicklungsleiter wirkten als „Sponsoren“ mit, die Wissen und Ratschläge miteinbrachten. Der gemeinsam entwickelte Lösungsansatz umfasste drei zentrale Komponenten:
Maßgeschneiderte Methodik
Die methodische Basis, um die Komplexität aufzulösen und die Produktplattform neu aufzustellen, schnitt das Team auf die spezifischen Voraussetzungen des Unternehmens zu. Maßnahmen, die das Projekt hätten ausbremsen können, blieben außen vor. Die Methodik vereinte ein abgestimmtes Repertoire zielführender „Hebel“, von Variantenbaumanalysen über eine Design Structure Matrix und Morphologiekästen bis hin zu Kreativ-Workshops mit Fachexperten.
Parallele Analyse von Technik und Markt
Der Analyseprozess verlief in zwei parallelen, eng verzahnten Strängen. Auf der Marktseite analysierte das Team, welche Varianten tatsächlich nachgefragt wurden, und welche keinen Mehrwert stifteten. Auf der technisch-konzeptionellen Seite durchleuchtete das Team die Produktarchitektur, den Aufbau der Anlagen, und welche Module wesentlich die Komplexität trieben. Darauf aufbauend erarbeitete das Team Szenarien und Optionen, um Anlagen alternativ zu konfigurieren, Schnittstellen zu vereinfachen und Varianten zusammenzuführen.
Direkte finanzielle Simulation
EFESO brachte nicht nur die technische Analysekompetenz ein, sondern insbesondere auch das Know-How, um die Variantenreduktion mit ihren organisatorischen und finanziellen Auswirkungen zu simulieren. Der tatsächliche interne Aufwand, der bislang in keiner Auftragskalkulation dargestellt werden konnte, ließ sich nun konkret beziffern. Zum Beispiel zeigte sich, dass eine Sondermaschine als Customized-Variante etwa 850 Stunden Aufwand von der Planung bis zur Auslieferung verursachen kann. Diese gewonnene Transparenz war ein entscheidender Durchbruch für die Portfoliobereinigung und die weitere Produktentwicklung.
Eine Simulation beziffert den tatsächlichen finanzielle Aufwand erstmals konkret.
Fachlicher Tiefgang und pragmatische Herangehensweise
In diesem technisch wie methodisch anspruchsvollen Projekt erwiesen sich insbesondere diese Erfahrungswerte als übertragbar auf vergleichbare Vorhaben:
Stelle eine hohe fachliche Expertise auf beiden Seiten sicher!
Um ein Anlagenbauportfolio zu konsolidieren, benötigt ein Unternehmen ein Team mit abgestimmtem, spezialisiertem Knowhow. Dazu zählen insbesondere Berater mit Erfahrungswerten aus vergleichbaren Projekten und Entwickler mit tiefgreifender Technologiekenntnis. Nur so ist es möglich, belastbare Szenarien zu entwickeln und den Variantenraum sinnvoll einzuschränken. Die Teamzusammensetzung ist damit eine erfolgskritische Entscheidung.
Kläre die Datenbasis früh und pragmatisch!
Gewachsene Produktportfolios sind datentechnisch komplex. Der Versuch, zuerst alle Varianten vollständig zu erfassen, kann Projekte über Monate blockieren, ohne den Erkenntnisgewinn zu rechtfertigen. Sinnvoller ist es, frühzeitig und gemeinsam mit dem Kunden zu klären, welche Datenstrukturen wirklich benötigt werden, und ansonsten mit pragmatischen Annahmen zu arbeiten. So entstehen schnell tragfähige Ergebnisse, und das Projekt bleibt auf Kurs.
Bewerte Aufwand und Komplexität ganzheitlich!
Indirekte Aufwände durch Variantenvielfalt wie Engineering-Stunden oder Koordinationsaufwand können schnell unterschätzt werden. Die tatsächliche „Wirtschaftlichkeit“ ist jedoch erst dann ersichtlich, wenn die Projektverantwortlichen eine Produktkosten- und Aufwandsbetrachtung über das gesamte System hinweg vornehmen.
Portfolio bereinigt, Marge und Organisation gestärkt
Das Projekt lieferte umgehend die gewünschten Ergebnisse. Innerhalb von zwölf Wochen reduzierte das Team die aktiven Komponentenvarianten um 35 Prozent und erreichte gleichzeitig die ausgerufene Steigerung der Margen. Die unmittelbaren und die langfristigen positiven Effekte, die das Unternehmen erzielte, reichen jedoch noch weiter.
- Organisation dauerhaft entlastet: Das Unternehmen senkte den operativen Aufwand pro Auftrag signifikant, insbesondere durch schlankere Abläufe in den Bereichen Engineering und Planung. So kann sich die Organisation nun wieder auf die Anlagen mit der stärksten Nachfrage und dem größten Marktpotential konzentrieren.
- Skalierung ohne ausufernde Komplexität: Das bereinigte Portfolio wächst dank reduzierter Neuplanungen und einem geringeren Anteil an Sonderlösungen jetzt deutlich langsamer. Das Unternehmen kann den Standardanteil der Maschinenkomponenten ausbauen und insgesamt mehr Anlagen effizient produzieren.
- Gezielte Weiterentwicklung des Angebots: Die neu gewonnene Transparenz über die Aufwandstreiber und Kostenzuschläge eröffnete dem Management neue Möglichkeiten, das Portfolio zu steuern und das Angebot im weltweiten Wettbewerb gezielt zu differenzieren. Hier positionierte sich das Unternehmen über Systemkompetenz und Konfigurationstiefe erfolgreich neu.
Die in diesem Projekt entwickelte und erfolgreich eingesetzte Methodik ist auf weitere Produktfamilien übertragbar. Das interne Team verfügt nun über das Werkzeug, um künftig auch in anderen Bereichen Komplexität systematisch zu steuern.
Die aktiven Komponentenvarianten sinken um 35%, die Margen steigen um 10%.