Case Study

TOP-Speed bei Innovationen, Bremskraft auf der Kostenspur  

Ein Automobilhersteller sorgt mit EFESO für Kostentransparenz und -kontrolle. 

Mit einem neuen Sportwagen in drei Modellvarianten belebt ein OEM seine Motorsporthistorie neu: das Fahrzeug soll die Kunden mit Innovationen bei Design und Fahrspaß begeistern. Mit EFESO sorgte der Automobilkonzern für einen neutralen und klaren Blick auf die Kostendimension. Dabei erschloss das gemeinsame Projektteam erhebliche Kostensenkungspotenziale – und schuf eine solide Basis für ein Kostenoptimierungsprogramm in einer zukünftigen Projektphase.

Herausforderung

Ein Automobilhersteller erweitert sein Sportwagenportfolio um ein Fahrzeug mit drei Modellvarianten. Da bereits mehrere Entwicklungsvorhaben für weitere Modelle umgesetzt werden, entstand ein äußerst hoher Zeit- und Kostendruck für das Vorhaben.

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EFESO Lösungsansatz

Eine tiefgehende Kostenvalidierung zeigte erhebliche Kostensenkungspotenziale auf, u.a. über einen Outside-in-Vergleich mit anderen Sportwagenherstellern. Dazu nutzte das Projektteam detaillierte Automotive-Benchmarks aus vergangenen Modell- und Produktentwicklungen.

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Lessons Learned

Für den Projekterfolg ist eine intensive und kontinuierliche Unterstützung durch die Führungsebene unverzichtbar. Außerdem sollten die Empfehlungen der externen Consultants eng in die operative Projektsteuerung integriert werden.

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EFESO Erfolgsmodell

Das Projektteam konzentrierte sich auf ca. 30 zentrale Fahrzeugkomponenten, die es als wesentliche Kostentreiber identifiziert hatte. Für jede Komponente erarbeitete es ein Kostenmodell, bildete Anfrageszenarien ab und schlug technische Kostenoptimierungsmaßnahmen vor.

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Kostensicherheitsrahmen für neuen Sport-Boliden

Für den Start eines neuen Sportwagens setzte sich ein renommierter OEM ambitionierte Ziele: innerhalb von nur zweieinhalb Jahren von der ersten Skizze bis zum serienreifen Fahrzeug sollte dieser das Sportwagenportfolio in drei Modellvarianten bereichern (Zweisitzer mit Verbrenner, mit E-Antrieb sowie ein Viersitzer). Da bereits parallel mehrere Entwicklungsvorhaben für weitere Modelle liefen, stand das Projekt unter einem außergewöhnlich hohem Zeit- und Kostendruck. 

Bereits zum Projektstart überschritten die internen Kalkulationen den ursprünglich auf einen hohen dreistelligen Millionenbereich angelegten Kostenrahmen. Dies lag u.a. daran, dass die neu geplanten Modelle die Plattformkomplexität stark erhöhten – zumal sie nicht einfach an bisherige Motorisierungen und Ausstattungen aufgreifen, sondern den Kunden bedeutsame Innovationen in Technik und Design bieten sollten. Zudem erforderte der Viersitzer andere technische Konzepte und Batterielösungen als die beiden anderen Modelle. 

Als Kostentreiber identifizierte das Unternehmen zwar die Vielzahl an technischen Anforderungen und Anpassungen im Produktionsprozess, die für die Verwirklichung der drei Modelle notwendig waren. Hinzu kam, dass die im Business Case ursprünglich getroffenen Annahmen zum Fahrzeugabsatz im Konzern kritisch hinterfragt wurden. Um hier Klarheit und Verlässlichkeit herzustellen, anstatt mit weiteren Kostenanstiegen konfrontiert zu werden, engagierte der Automobilhersteller das Team von EFESO. Die zentralen Aufgabenstellungen lauteten in diesem Fall: 

  • Klare Verhältnisse schaffen: Es galt, den Kostentreibern mit einer detaillierten Ursachenanalyse auf den Grund zu gehen und das Projektmanagement im Konzern dabei zu unterstützen, die Kostendimension des Projektes wieder in den Griff zu bekommen. Dies betraf insbesondere die Fachbereiche Einkauf, Produktentwicklung und Produktion. 
  • Business Case absichern: Zugleich sollten die EFESO-Consultants die komplexen technischen Sachverhalte der Produktentwicklung analysieren und mit einer realistischen Kostenkalkulation die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Business Cases jedes Fahrzeugmodelles absichern. 

Der Vorteil für das Unternehmen: innerhalb eines Projektzeitraumes von nur fünf Monaten erhielt es eine professionelle Kostenvalidierung aus der externen Perspektive einer Beratung, die über eine umfassende Branchenexpertise aus vergleichbaren Projekten verfügt. 

In nur fünf Monaten erhielt der OEM eine solide Kostenvalidierung aus externer Sicht.

Boxenstopp mit Fokus „Kostenvalidierung“

Aufgrund vorheriger, gemeinsamer Projekterfolge initiierten die Einkaufsleitung sowie Plattformverantwortliche des OEM die erneute Zusammenarbeit mit EFESO. Das Projektteam setzte sich aus insgesamt 28 Teammitgliedern zusammen, mit fachlicher Schwerpunksetzung in den Bereichen Fahrwerk, Antriebsstrang, Interieur und Exterieur. Hier galt es, Investitionen mit einer genauen Analyse auf den Prüfstand zu stellen: neben den Produktkosten etwa die Lieferantenentwicklungskosten oder die Kosten für Fertigungswerkzeuge. Zum Team zählten außerdem vier Einkaufsexperten, mit deren Unterstützung optimale Ergebnisse bei Lieferantenverhandlungen erzielt werden sollten. Die gesamte Kostenoptimierung lag in den Händen des EFESO-Teams, gekoppelt an das Gesamtfahrzeugprojekt. 

Das Projekt konzentrierte sich auf zwei Handlungsstränge: 

Kostenvalidierung & Identifikation von Einsparpotenzialen 
Zunächst machte das Team sämtliche Kostenpositionen des Projekts transparent und unterzog diese einer Plausibilitätsprüfung. Dazu nahm es einen Outside-in-Vergleich mit anderen Sportwagenherstellern von Branchenführern vor und zeigte auf, welche Entwicklungskosten bei vergleichbaren OEM realistisch wären. 

Für den Vergleich nutzte das Projektteam detaillierte Automotive-Benchmarks, etwa aus vergangenen Produktentwicklungen internationaler OEMs und Zulieferer. Dabei nahmen die Branchenexperten insbesondere die Fahrzeugentwicklung, den Prototypenbau, die Produktionsvorbereitung sowie die Logistik unter die Lupe, um Einsparpotenziale zu erkennen. Zusätzlich wurden technische Ansätze in Hinblick auf Kostensenkungsoptionen überprüft, etwa über eine Standardisierung von Bauteilen, optimierte Fertigungsabläufe oder eine Reduzierung der Variantenvielfalt. 

Anhand dieser Analysen identifizierte das Team Einsparpotenziale von bis zu 500 Mio. Euro, die – verteilt auf verschiedene Projektphasen und Verantwortungsbereiche – bereits im bis dato kalkulierten Kostenrahmen erzielbar wären. Das Team schlug dazu auch konkrete Maßnahmen wie die Neuauswahl von Lieferanten, die Verschiebung bestimmter Entwicklungsstufen und eine Straffung der Produktpalette vor. Die Integrationsfähigkeit dieser Maßnahmen wurde in Workshops mit den Fachbereichen diskutiert. 

Bündelung bei Lieferanten- und Einkaufsthemen 
Der Mutterkonzern unterstützte den OEM nur begrenzt bei seinen Einkaufsaktivitäten; anders als bei anderen Konzernen gab es kein starkes Mandat des Zentraleinkaufs, das im Supplier Management als wirksames Instrument zur Kostensenkung genutzt werden konnte. Bis dato kam es also selten zur Anfrage von Angeboten für kleine Stückzahlen an große Lieferanten – und wenn, waren diese Angebote meist Abwehrangebote. Alternative Lieferanten für kleine Serien standen zwar zur Verfügung, erwiesen sich aber als zu teuer für das angestrebte Preisniveau. 

Mit den in beiden Strängen erzielten Ergebnissen erhielt der OEM eine ideale Ausgangsbasis für die nächste Projektphase zur Kostenoptimierung. 

Bereits in der Analysephase identifizierte das Team Einsparpotenziale von 500 Mio. Euro.

Mit Unterstützung der Rennleitung in die Pole-Position

Bei der Umsetzung des Projektes erwiesen sich die folgenden Erfahrungswerte als besonders erfolgskritisch:

Stelle ein TOP-Leadership Commitment sicher! 
Für den Projekterfolg ist es unverzichtbar, von Beginn an eine intensive und kontinuierliche Unterstützung durch die Führungsebene zu erhalten. Allen voran muss der CEO als Projektsponsor fungieren und die Ziele klar kommunizieren, damit notwendige Veränderungen im Unternehmen verankert und Widerstände minimiert werden können. 

Nutze den Blick durch die „externe Brille“! 
Zudem sollte man die Analyseergebnisse und Empfehlungen der externen Consultants möglichst eng in die operative Steuerung des Projekts integrieren. Idealerweise werden die vorgeschlagenen Maßnahmen nicht nur als Empfehlungen wahrgenommen, sondern tatsächlich aktiv im Alltag des Einkaufs und der Produktentwicklung ausprobiert. 

Wandle technische Expertise in Verhandlungsstärke um! 
Das Einkaufsteam des OEM erkannte im Projekt, welchen essenziellen Wert die technische Expertise über kaufmännische Aspekte in Verhandlungen hat – etwa, um stichhaltige Argumente für Preiseanpassungen zu liefern. Der Einkauf kann hierbei viele Stärken in einer Rolle als Moderator, aber auch als Verhandlungsführer ausspielen.

Für rund 30 zentrale Fahrzeugkomponenten entstand eine fundierte Vergleichsbasis zu bestehenden Lieferantenangeboten.

Optimale „Rundenzeit“ dank klarer Zielkosten

Im Rahmen dieses Projektes konzentrierte sich das Team auf ca. 30 zentrale Komponenten bzw. Module des Fahrzeugs, die es als wesentliche Kostentreiber identifiziert hatte. Für jede dieser Komponenten erarbeitete es zunächst ein detailliertes Verständnis für technische Faktoren sowie für Kostentreiber. Darauf aufbauend entwickelte es eine eigene Kostenkalkulation, um eine fundierte Vergleichsbasis zu den bestehenden Lieferantenangeboten zu schaffen. Anschließend wurden die Differenzen zwischen den kalkulierten Zielkosten und den vorliegenden Angeboten systematisch analysiert. 

Daraus entstanden valide technische Optimierungsvorschläge, die sowohl konstruktive Anpassungen als auch alternative Lösungsansätze umfassten. Ziel des Vorgehens war es somit nicht allein, bessere Preise in Verhandlungen zu erzielen, sondern vor allem eine umfassende Produktkostentransparenz herzustellen und zugleich konkrete technische Optimierungspotenziale aufzuzeigen. 

Best Practice: Mehrwert technischer Analysen 
Ein anschauliches Beispiel für diese technische Tiefenanalyse lieferte die Bewertung des gesamten Fahrzeugkonzepts anhand zentraler Leistungsparameter, insbesondere der Beschleunigungswerte. Ein Experte aus dem Projektteam analysierte die geplanten Spezifikationen und verglich sie mit internationalen Wettbewerbsfahrzeugen. Dabei zeigte sich, dass das geplante Fahrzeug im globalen Performance-Vergleich keine TOP-10-Platzierung erreichen würde – der anvisierte Beschleunigungswert von 0 auf 100 km/h von lag deutlich hinter den Werten aus dem Wettbewerb. Diese Analyse verdeutlichte, dass die technische Spezifikation des Fahrzeugs nicht mit dem im Marketing formulierten Leistungsanspruch übereinstimmte. 

Die Zusammenarbeit mit EFESO bewertete der OEM auch in diesem Projekt als sehr ergebnisorientiert und ergiebig. Insbesondere die Einkaufsleitung hob mehrfach die außergewöhnlich hohe technische Kostenkompetenz des Teams sowie die konstruktive und zielorientierte Zusammenarbeit im Projekt hervor.